Über die sich selbst erfüllenden Prophezeiungen von Hanni Rützler & Co.
Wer braucht die Trendforschung? Die Industrie. Die Industrie bezahlt sie ja auch.
Aber Trend-Setting betreiben immer noch selbstständige Menschen mit Gespür und Kultur. Oder Umstände, die einen Wandel erzwingen.
Trendforschung ist, bekannte Punkte mit Linien zu verbinden, ein bisschen wie Malen nach Zahlen.
Kulinarische Bildung, Ökologie, kurze Wege, Ethik, Artenvielfalt, kulinarisches Erbe, klassische „Nose to Tail“-Kochhandwerker, kreative Regionalität, das Alles gibt es ja schon.
Wie soll mein Land aussehen, was ist erhaltenswert, unsere Nahrungsmittel prägen unsere Landschaft, idealerweise den Kochstil und einen moderaten Preis.
Schutzzölle ja natürlich, für minderwertigere Importe jeder Art.
Snackification – was für eine geile Wortkreation, very trendy?
Mitnichten, bleib’ts locker ihr lieben Trendforscher, die Jause, Vesper, Brotzeit, Marende, Zwischenmahlzeit, Snack war immer da, seit ewigen Zeiten.
Wenn der Neandertaler sich auf der Jagd ein paar Brombeeren pflückte, um den knurrenden Magen etwas zu beruhigen, dann war’s ein Snack. Wenn sich bei Obelix ein Wildschwein am Spieß drehte, dann war es wahrscheinlich ein Festbraten.
Das Bedürfnis, den Tisch zu decken und wenigstens eine schöne Mahlzeit pro Tag genießen zu können und dann und wann auch ein richtiges Festessen, das bleibt auch. Das hat sich gerade in Covid-Zeiten gezeigt.
Was für ein Trend!