1789 – 2024 Über die Kulinarik der letzten 230 Jahre.
Von der Entstehung der Restaurants im Wirbel der französischen Revolution bis zur Identität der Wiener Küche und der neuen Regionalität.
„Das große Sacher Kochbuch“ und vom „Essen auf dem Lande“ des Ethnologen, Historikers, Gastrosophen, Franz Maier- Bruck einem Bauernsohn aus St. Lambrechten- Ortsteil Bruck, im Innviertel, zählen zu den wichtigsten Küchenbüchern in (m)einer Kochbuchsammlung und sind die am besten recherchierte Historie unserer Landesküchen.
Beginnen wir mit dem Sturm auf die Bastille: Sonntag 14. Juli 1789
Die Französische Revolution setzte viele Köche des Adels frei, was zu einem enormen, demokratischen Innovationsschub für die damalige Gastroszene in Frankreich wurde, der sich bis heute in der kulinarischen Bedeutung der Franzosen auswirkt.
Dazu gibt’s den charmanten Film aus dem Jahr 2021, von Eric Besnard – „A La Carte“- Freiheit geht durch den Magen, eine sinnlich, romantische Ode an die Küche.
Privilegierte Schichten wollten sich zu allen Zeiten in ihrem Ernährungsverhalten von der breiten Masse absetzen.
Könnte der Sonnenkönig heute einen Feinschmecker beobachten, der in einem Gourmetlokal,
z.B. dem „Steirereck“ oder „Tian“ etc. etc., eine exquisite Menüfolge verzehrt, er würde den Genießer für einen bedauernswerten Hungerleider halten.
Denn zu seiner Zeit war die Qualität der Gerichte sekundär, was zählte war Überfluss.
Ludwig XIV. war, wie die Mitglieder des Hofstaates, ein Vielfraß.
Liselotte von der Pfalz schilderte die enormen Essleistungen des Königs und des französischen Adels.
Die Herzogin von Berry fraß sich buchstäblich zu Tode. Gicht, Karies und Gallenleiden waren eine Begleiterscheinung vornehmer Herkunft.
Ludwig XV soll, als ihm Zar Peter der Große, bei einem Besuch eine Kostprobe von leicht gesalzenen Störeiern, also Kaviar, auftischte, diese angeekelt ausgespuckt haben.
Anmerkung: Dieses, heute globale, Luxuslebensmittel wurde erst viel später nach der bolschewistischen Revolution, als ein Großteil der aristokratischen Kaviaresser ins Exil musste, wirklich bekannt.
Katharina von Medici war 1549 mit einem ganzen kulinarischen Regiment an den Pariser Hof gekommen. Man kann annehmen, dass die Italiener den Ruf der französischen Kochkultur begründeten.
Im 16. und 17. Jhdt. war es für den Adel physisch unmöglich, noch mehr zu essen.
Für die große Mehrheit aber, war das Überleben nur durch einen harten Kampf gewährleistet. Die Kultur des Überflusses war auch ein soziales Imponiergehabe.
Der Vielfraß demonstrierte vor der ganzen Welt seine Überlegenheit, seine wuchtige Erscheinung sollte Ehrfurcht erwecken.
In der Toskana, so erzählen die Chroniken, fanden in den Jahren zwischen 1370 und 1790 sage und schreibe 111 Missernten statt. Nur in durchschnittlich jedem sechzehnten Jahr wurden reiche Ernten eingefahren. Hungersnöte rafften große Teile der Bevölkerung dahin und Epidemien wüteten unter den von Hunger geschwächten Menschen.
Dazu kam eine sogenannte kleine Eiszeit zwischen 1600 und 1750.
In ihren Fantasien träumten die Hungernden vom Schlaraffenland, in dem es aristokratischen Überfluss für Jedermann gab.
In der zweiten Hälfte des 18. Jhdt. starben in Böhmen und Österreich eine Viertelmillion Menschen an den Folgen der Unterernährung. Die Landbevölkerung ernährte sich von Suppen, Breien, dunklem Brot, Eiern und Milchprodukten – Sachen, die auf einer feudalen Tafel geringes Ansehen hatten. Die Erdäpfel waren noch nicht verbreitet.
Fleisch war ein rarer Gast in bäuerlichen Hütten, Fisch und Wildbret war überhaupt den Adeligen und dem Klerus vorbehalten. Jagd und Fischereirecht geben Zeugnis über die feudalen Verhältnisse, in aufmüpfigen Volksliedern, heute Protestliedern, werden die Wilderer aus Not, die „Wildschützen“ besungen.
Erst als sich allmählich die Versorgung der Bevölkerung verbesserte, stand die Oberschicht vor dem neuen kulinarischen Problem, sich wieder von der breiten Masse abzuheben.
Die Verfeinerung des Geschmacks war angesagt.
Das 19. und 20. Jhdt. brachte eine neue kulinarische Oberschicht hervor, die Zeit Auguste Escoffiers (1846-1935) in Monte Carlo, Paris oder London, die Ära der Diven und Stars, Lords und Ladys war angebrochen.
Zu dieser Zeit begann schon der Trend zur Haute Cuisine, durch Urvater Escoffier, der bis heute, ins Zeitalter des Massenkonsums, eines neuen Geldadels und der Oligarchen, anhält.
Die Zäsuren und Revolutionen, die die Politik im 18., 19. und 20. Jhdt. mit sich brachte, spiegeln sich in der Küche und auch in den Kochbüchern wider.
Blütezeiten und Krisen eines Volkes zeichnen sich nachhaltig, gerade in so trivialen Werken wie Kochbüchern ab. Zeitgeist, Trends oder bestimmte Lifestyles verursachen auch meist einen Tsunami an Kochliteratur und neuerdings, Food Bloggern.
Das Erstarken des Bürgertums und etwas später auch des Arbeiterstandes, führte parallel zur „Nationalisierung“ der Völker des Habsburgerreichs – in Österreich allmählich zu einem nationalen, österreichischen Denken, Handeln – und Kochen.
J.W. v. Goethe, dessen Großvater, ein Weinhändler, der mit der wohlhabenden Wirtin vom „Weidenhof“ an der Zeil in Frankfurt verheiratet war, beklagte sich 1830, dass es in Deutschland keine Stadt, kein Land gebe, von denen man behaupten könnte, es wäre Deutschland.
Aber fragen wir in Wien, so heißt es, hier ist (isst) Österreich.
Friedrich von Schiller, der Sohn einer Gastwirtstochter aus Marbach am Neckar, erkannte 1796, auf Wien bezogen:
„Mich umwohnt mit glänzendem Aug‘ das Volk der Phäaken;
Immer ist Sonntag, es dreht am Herd sich immer der Spieß.“
Es war ein Zeitalter des bürgerlichen, häuslichen und geselligen Genusses, die Klischeevorstellungen über „den Österreicher“ bzw. „den Wiener“ zehren bis heute von dieser Lebenskultur.
Metternich trug seinen Teil dazu bei, dass sich der Bürger im Biedermeier in seine vier Wände zurückzog.
Der Österreicher lernte die Kunst des Genießens.
Franz Sacher war Jungkoch bei Metternich, dessen Sohn Eduard ehelichte Anna Fuchs eine Wiener Fleischhauerstochter. Auf dieser soliden bürgerlichen Grundlage entstand das legendäre Sacher und ein Wiener Küchenstil, der sich sehr von der französischen Haute Cuisine unterschied.
Obwohl später, an der Kochschule der Wiener Gastwirte, an deren Gründung Anna Sacher mitwirkte, alle Küchentechniken und Garungsmethoden der Grande Cuisine, auch unterrichtet wurden.
Der Adel und die Kirche wurden zu Statisten des Welttheaters degradiert. Sie verloren an Ansehen.
Der Wiener Kongress brachte 100.000 Gäste nach Wien.
Wien war jetzt schon als Musik- und Theaterstadt bekannt und avancierte nun auch zur Stadt des guten Essens und Trinkens, des Speisens, Dinierens und Soupierens.
In diesem Wien mischten sich die Gegensätze zur Harmonie, das Überfeinerte wurde bodenständig, das Rustikale, Bäuerliche wurde verfeinert. Der Schmarrn wurde zum Kaiserschmarrn, und ein gesottenes Rindfleisch zum Kavalierspitz, Tafelspitz oder Beinfleisch und der geselchte, gekochte Schweinsbauch zum Kaiserfleisch. Die ländliche Beuschlsuppe zum Salonbeuschel.
Die Wiener Küche des 19. Jhdts. verfeinerte das Grobe und vereinfachte das Überpikante, das zu Süße und zu Scharfe wurde korrigiert. Der Speise wurde, um es auf einen Nenner zu bringen, die wienerische Note des soliden Bürgertums aufgedrückt. Dazu kam dass Kaiser Franz Josef sich eher mit einfacher Kost begnügte.
Natürlich gab es bei Hofe Gala Menü und Gala Buffet, anlassbezogen.
Denken wir aber auch an den Einfluss oder besser den Austausch unter den Kulturen der Vielvölker- Habsburg Monarchie, z.B.an die Köche der Lagunenstadt Venedig, Triests, Prag, Budapest oder an die vielen Köchinnen, Kochbuchautorinnen, die jene schmackhafte italienisch- französisch- österreichisch- böhmische und orientalische Küche geschaffen bzw. dokumentiert haben.
Das war die Geburtsstunde des kulinarischen Österreichs oder der Wiener Küche. In der Provinz ergänzte so mancher Wirt seinen Zunftschild mit dem Hinweis auf die „Wiener Küche“.
Das war allerdings lange bevor so mancher Fusionskochologe im 21. Jahrhundert seinen „Gasthof zur Post“ in ein „Culinariat“ verwandelte.
Der aufgeklärte Sohn des Freimaurers Franz Stefan von Lothringen und der der Kaiserin Maria Theresia, der „Volkskaiser“ Joseph II., versuchte von oben zu reformieren.
1848 aber stieg das Volk von unten auf die Barrikaden der Revolution.
Alles in Allem ersparte aber Josef II. mit seinen Reformen, Österreich eine „Französische Revolution“.
Die Hungersnöte des Vormärz trieben Tausende in die Emigration.
Hungersnöte und ihre Ursachen waren zu bekämpfen, sowie die Versorgung bzw. Verteilung der Lebensmittel, weiters landwirtschaftliche Reformen, Befreiung der Bauern – des Nährstandes.
Der Vegetarier Adolf Hitler war der Kultur im Allgemeinen, aber der Esskultur im Besonderen abträglich, nicht erst am Ende seiner Schreckensherrschaft, als die Bevölkerung wieder einmal Hunger litt.
Nun, in Zeiten des Mangels nach dem 2. Weltkrieg, kehrte der alte Reflex zurück, sozialen Status durch Überfluss ausdrücken zu wollen.
Der Wirtschaftswundermensch, als Unternehmer, im Simplicissimus mit Wampe, Mercedes und Zigarre karikiert, feierte die Epoche des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg.
Wie sich doch die Zeiten ändern, heutet sind die Manager, Ceo‘s und Chefitäten schlank und sportlich, aber der Betriebsrat übergewichtig.
Kulinarik heute:
Hunger und seine Ursachen zu bekämpfen wird bleiben, ob aufgrund von Kriegen, des Klimawandels, Naturkatastrophen oder Bildungsdefiziten.
Plantagen und Monokulturen der Nahrungsmittelindustrie oder verstaatlichte Kolchosen, Massentierhaltung, diese Fehlentwicklungen aus Turbokapitalismus oder Marxismus sind kein Weg. Die berühmte böhmische Küche war ein Opfer dieser Politik.
So sucht man einen Frischmarkt-Bauernmarkt in Tschechien bis heute vergeblich. Und rund um den Moldau-Stausee, bei Hohenfurth (Vichy Brod) werden sie in keinem Restaurant oder Schenke einen Fisch aus dem See bekommen, die Fische wie Scholle und Dorsch kommen, wie viele der Gäste, meistens aus Holland.
Sie werden auch Heidelbeeren, Preiselbeeren, Schlehen, Pilze, die man zwar an der Straße verkauft nicht auf den Speisekarten finden.
Für die Tschechische Weinkultur, die ja von den Reben und der Geschichte her, eine österreichische ist, gilt dasselbe. Wobei die Entwicklung im Weinbau etwas besser ist als in der Kulinarik. Und das 30 Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs.
Aber bei uns bewirbt sich ja wieder eine neue Marxisten– Clique um den Bundeskanzler. Mit kreativen Enteignungsphantasien in den Köpfen ihrer engsten Mitarbeiter.
Essen ist ein alltäglicher kultureller Akt (im Idealfall). Jede Veränderung des Essverhaltens hat Auswirkungen auf das Ökosystem.
Es ist ein Unterschied, ob sich eine Gesellschaft für eine monotone, zentralisierte, industrialisierte, oder eine biologische, vielfältige, nachhaltige Nahrungsmittelversorgung entscheidet.
Ethisch richtig einkaufen können nur sensibilisierte, gebildete Konsumenten. Kulinarische Bildung, Nahrung und Genußmittelkunde vom Kindergarten bis zur Matura, eine Erfordernis als Grundlage des Lebens.
Vor Allem, müssen wir uns die Freude am Schönen, Guten und Wahren erhalten. Wer nicht genießt, wird ungenießbar.
Die positiven Entwicklungen:
vor Allen Slow Food, Menu for Change und Terra Madre von Carlo Petrini in Bra im Piemont, Öko-Bio Bewegung, Arche Noah, kulinarisches Erbe, Erhaltung seltener Nutztierrassen, manche seriöse NGOs und Bewegungen weltweit, etc.
Für 2024 gilt: Gelassenheit bei verrückten Trends
Eine Vielzahl von Dokus in Spielfilmlänge haben sich ausführlichst mit den Folgen von Saatgutmonopolismus, Weinpanscherei, Lebensmittel- und Tierfabriken beschäftigt.
Vegane bzw. vegetarische Nahrung wird von Lifestyleschreiberlingen und halbgebildeten veganen Gurus gegen Fleisch und Fisch ausgespielt.
Tatsächlich sprechen wir von, Stand 2021, 840.000 Vegetariern, 106.000 Veganern und 4,6 Millionen Flexitariern.
Doch das mediale Trommelfeuer geht weiter. Es gilt gegenzusteuern.
Die Vegetarier und ihre fundamentalistischen Ableger, die Veganer und Frutarier, sind kein gangbarer Weg für die Menschheit. Sie sind ein gefährlicher Irrweg, quasi schwachsinnig oder schwach sinnlich. Vegetarisch ist teilweise gut, vegan ist häufig industriell gefertigter, aromatisierter Müll, eine kulinarische Unkultur die die Wahrnehmung täuschen will.
„Gut statt viel“, bei Fisch und Fleisch, Gemüse, Getreide und Früchten, heißt der Weg.
Gut heißt neben seiner bestmöglichen Zubereitung vor allem:
Artgerechte und biologische Tierhaltung, hochwertiges Futter, stressfreie Schlachtung, kontrollierte Herkunft.
Wenn Fleisch, dann von pflanzenfressenden Tieren die ein artgerechtes Leben und eine stressfreie Schlachtung hinter sich haben.
Strohschwein, Almochs, Weiderind, Freilaufgeflügel, Fisch und Wild zählen zu den besseren Entscheidungen.
Weniger Fleisch zu essen macht Sinn.
Völlig auf Fleisch zu verzichten ist Unsinn, bringt auch unter ökologischen Aspekten keinen Vorteil. Dieser Meinung ist auch Slow Food international.
Denn Weideland, Grasland macht 70 % der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Die Haltung oder Bejagung von Wiederkäuern – Rinder, Ziegen, Schafe, Hirsche, Rehe ist oft die einzige Möglichkeit, aus für den Menschen nicht verwertbaren Ressourcen, wie Gras, hochwertige Lebensmittel, wie Milch, Käse und Fleisch, bzw. Leder und Wolle, Stoffe herzustellen.
Tierethik als Grund für die Abwendung vom Fleisch?
Tierschutz, ja natürlich!
Aber da gibt’s dann noch die Antispeziesisten, die Tieren die gleichen Rechte zusprechen, wie den Menschen.
Aber Tierrecht, was soll das denn sein?
Fressen und gefressen werden, 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche, ist der Kreislauf in der Tier und Pflanzenwelt auf unserem Planeten. Die Gans hat keinen Rechtsanspruch darauf, dass sie nicht vom Fuchs geholt wird. Es ist gar nicht schön anzusehen, wenn die noch lebende Gans dem Fuchs zusehen muss, wie sie von ihm ausgeweidet wird.
Tierleid wird aber nur von fleischfressenden Menschen verursacht, sagen die Tierschützer, Veganer, Vegetarier, Frutarier etc.
Diese Gruppe moralinsaurer Sojalaibchen und Veggieburgerpropheten hat noch nie zugesehen wenn eine Hauskatze sich mit der Maus spielt und sie mit ihren scharfen Krallen hin und her schupft bevor der erlösende Biss kommt. Oder wenn Marder oder Fuchs im Hühnerstall wüten und einfach nur so ein Dutzend Hühner töten. Der Wolf statt einem Schaf, ein Dutzend reißt.
Die Massentierhalter (Mäster) und die Veganer sind beide am Bauernsterben beteiligt. Lachender Dritter ist die Pharmaindustrie, sie liefert Antibiotika für die Tierfabriken, und die Vitamine B, B12, Eisen, Kalzium, Jod, Omega-3, und die Nahrungsergänzungsmittel für die fehlernährten, hellhäutigen, krankheitsgefährdeten Menschlein, die vor lauter Mitleid keine Tiere mehr essen wollen. Ein Erwachsener kann ja von seinen Reserven aus der flexitarischen Zeit jahrelang zehren, dramatisch wird es bei den Kindern. Die egoistische vegane Sekte bedenkt die Auswirkungen ihres Lebensstiles auf unseren Heimatplaneten nicht.
Die Kühe werden mit der Sennerin von den Almwiesen verschwinden und die Wiesen mit den Blumen und Wildkräutern verwalden. Stellen sie sich diese vegane Lebensweise in allen Landschaften dieser Erde vor, besonders in den nördlichen Breitengraden.
Nur, die romantisierte Vorstellung, die allein die Größe eines Betriebes mit dem Tierwohl oder Leid in Verbindung bringt, ist trügerisch (Beispiel Mutter-Kuh Weide oder angekettete Stallkuh). Es ist tatsächlich die Ethik gefordert. Am besten den Betrieb ansehen.
Ein Zitat: „Im Grunde ist der Veganismus nichts anderes, als eine besonders bizarre Mischung aus Wohlstandsdekadenz und Hypermoralismus.“
Alexander Grau, Philosoph und Journalist
Veganismus ist Dekadenz, es sind ernstzunehmende Anzeichen einer Verweichlichung, einer Abwärtsbewegung einer Kultur, wenn sich Mitglieder einer Gesellschaft keinen Fisch mehr fangen, in ausnehmen und in der Pfanne braten wollen, weil sie dabei vor lauter Tierleid in Tränen ausbrechen. Die Forelle kann es sich leider nicht aussuchen, ober der Fischotter der Kormoran oder ich sie fresse.
Börsennotierte Fleischersatzindustrien, inclusive Laborfleisch mit den dazu erforderlichen Nahrungsergänzungsmitteln der Pharmaindustrie, von weltumspannenden Konzernen, bar jeder Ethik und Nachhaltigkeit produzieren Pseudolebensmittel für vegane Sektierer.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist Veganismus überhaupt möglich.
Es gibt keine Kultur auf diesem Planeten die sich durchgehend 100% ig vegetarisch ernährt hat, ja immer wieder temporär, irgendwelche übersensible, durchgeistigte Menschen, Sektierer, religiöse und andere Führer, Spinner.
Der Neandertaler war der bis jetzt, der wahrscheinlich gesündeste, fitteste, kräftigste Mensch durch 400.00 Jahre, mit gleich großer Hirnmasse als der Homo Sapiens den es bei uns, in Europa bis jetzt erst einmal 45.000 Jahre gibt. Die 100% igen Veganer, Vegetarier und Konsorten schaffen es wie lange? Zwei bis drei Generationen ohne Pharmaindustrie, wenn’s gut geht.
Die Neandertaler haben die Eiszeit überlebt, ein Veganer hätte nicht einmal einen Mühlviertler Winter vor 60 Jahren, ohne Speck, Butter, Käse, Schmalz und Eiern geschafft.
Unsere hellhäutigen durchsichtigen, blutarmen Sensibelchen die keinen Fisch mehr ausnehmen können, kein Huhn schlachten, aber tonnenweise Sojaprodukte, Palmöl, Margarine, Avocados, Kokos, Seitan etc. und dazu die Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine der Pharmaindustrie konsumieren.
Ich hörte in einer TV Runde einen Veganer und Kochbuchautor aus Wien, der sich seiner schönen, blassen Haut rühmte, übrigens der Bruder einer von mir sehr geschätzten Chefredakteurin, eben dieser erzählte, dass er bis zu 12 Bananen am Tag vertilge. Die biologische Nähe zu den Primaten bringt sich in Erinnerung.
Eine einfache Regel und Lösung:
Wenn wir nur noch halb so viel Fleisch essen und dafür doppelt so viel zahlen würden, würden sowohl Tiere als auch Landwirte und Konsumenten profitieren.
Landwirte müssten nur noch die Hälfte der Tiere einstellen, diese hätten mehr Platz und ein besseres Leben, die Konsumenten wären immer noch mehr als ausreichend mit Fleisch versorgt.
Nebenbei die positiven Auswirkungen auf die Umwelt.
Die Treibhausgasemissionen sind natürlich zum Teil auf die Produktion und Beschaffung von Nahrungsmitteln zurückzuführen.
Nur, viele Wildtiere sind Wiederkäuer und erzeugen auch Treibhausgase. In der Prärie Nordamerikas lebten zur Zeit der Ureinwohner 30 Millionen Bisons. Die Indianer entnahmen nur so viel sie brauchten. Der Bison war der Supermarkt für die Indianer, wie der Yak für den Tibeter.
Menschen geben übrigens auch Gase, vegane Menschen besonders Methan, an die Umwelt ab. Wer bejagt die zahlreicher werdenden Wildtiere in der veganen Zukunft, wenn kein Tier mehr verspeist wird?
Doch die Lösung der Veganer ist in Sicht, mir schwant aber Schlimmes, denn, dann brauchen wir ja wieder den Wolf und den Bär in jedem Wäldchen, den Fischotter und den Kormoran der unsere Forellen frisst und die Wildsau mit ihren Frischlingen wird dann die Gemüsefelder der Veganer pflügen,
Professor Kotrschall und sein Wolfsrudel lässt grüßen.
Wohin kommen die vor dem Fleischhauer geretteten Nutztiere, wahrscheinlich auf einen Gnadenhof. Wohin bringen dann die „Aiderbichler“ ihre altersschwachen, kranken Nutztiere lassen sie sie sterben, werden sie feuerbestattet oder begraben, nachdem sie von Sebastian Born Mena* die letzte Ölung bekommen haben?
*Sebastian Born Mena, der neue St.Leonhard (Schutzpatron) der Nutztiere, Spendensammler, Ex-Vertrauter von Lena Schilling und Dauerdiskutierer mit dem Ex-Präsidenschaftskandidaten und Georgs-Ritter Gross, in der „Fellnerschen Muppet Show“.
Bekommen sie den erlösenden Gnadenschuss, landen sie in der Tierkadaververwertung Regau oder in Schönbrunn bei den Löwen?
Die Scheinheiligkeit oder Dummheit dieser veganen Bewegung schreit zum Himmel. Genussvolles Essen ist gesund.
Wir dürfen auch Süßes und Fettes lieben und das mit gutem Gewissen.
Bernhard Ludvik von der Rudolfstiftung in Wien: „Das gesamte Ernährungsverhalten und ein aktiver Lebensstil sind wesentlich.“
Und übrigens:
Ein Essmuster, das durch etwas weniger Fleisch, mehr Fisch, hochwertiges Fett zB Olivenöl, sonnengereiftes Obst, Gemüse, Kräuter (Wildkräuter) Getreideprodukten und Wein gekennzeichnet ist, geht mit einem geringeren Krankheitsrisiko einher und ist seit langer Zeit als mediterrane Ernährung bekannt.
Eine Planetary World Diet, also jene Ernährungsform die unserem Planeten Erde am besten bekommt, bezeichnet die Wissenschaft ebenfalls als mediterran.
Vegan oder vegetarisch wird unserer Mutter Erde von Slow Food International nicht empfohlen.
Empfehlung:
Clean Eating – iss nichts, was deine Großmutter (besser die Urgroßmutter) nicht als Lebensmittel erkannt hätte.
„Menu for Change“, eine Slow Food Aktion, mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel. Ein Fünftel aller Treibhausgasemmissionen wird vom industriellen Lebensmittelsystem verursacht. Kleinlandwirtschaft und Naturweidewirtschaft sind ihre ersten Opfer.
Der Planet hat möglicherweise zu viele Rindviecher von der Überbevölkerung durch den homo sapiens redet niemand.
Methan wird von Tieren und Menschen verursacht, die Flatulenzen der Veganer sind dann möglicherweise methanreicher als die der Flexitarier. Viele Wissenschafter warnen inzwischen, dass 100% iger Veganismus die Fortpflanzung des Homo Sapiens erschweren würde.
Ist es gar eine, vegan- humanistische, Idee die Überbevölkerung unseres Planeten per Veganismus zu senken? Das wäre Selbstaufopferung, vorbildlich, edel.
Soviel Ethik hätte ich dieser Sekte nicht zugetraut.
Eine verbindliche Ethikstunde und ein objektiver Kochunterricht mit Lebensmittelkunde an allen Schulen, sind ein Gebot der Stunde.
„Slow Food“ bietet unter dem Begriff „School Garden“ Unterrichtsmodule an.
Schüler, Kinder und besonders junge Frauen, sind mit abstoßenden Filmen über Tierleid in den Tierfabriken besonders leicht zum Fleischverzicht zu gewinnen. Geneigtes Lehrpersonal findet sich auch zur Genüge.
Aber Bestbieterprinzip (Bio) und nicht Billigstbieterprinzip in Schulen, Kasernen, Krankenhäusern, Altersheimen, Kindergärten beim Kauf der Lebensmittel wären ein Weg.
Gault-Millau -Hauben, Michelin- Sterne, Tester- Gabeln für Kantinen, Mensen, Kindergärten, Schulen, Altersheime und Spitäler! Gemeint ist natürlich ein adäquates neues Kritiker Medium.
Wirteverbände könnten sich endlich durchringen die Herkunft ihrer, hoffentlich biologischen Lebensmittel bekanntzugeben, und einen fairen Preis für alle, Gäste, Produzenten und den Wirt, kalkulieren.
Zum Unterschied vom legendär niedrigen Wareneinsatz der Chinesen, all you can eat, oder you can eat it all, alles schön klein geschnitten und mit Mürbesalz für den Wok gebeizt, in wenigen Minuten gegart.
Alles was 4 Haxen hat und kein Tisch ist, „From Nose to tail“ a la Wuhan, oder sonst woher.
Auch hier, für den Normalverbraucher (Flexitarier) gilt Bestbieterprinzip und nicht Billigstbieterprinzip, die verantwortungsbewusste Entscheidung vor den Einkaufsregalen, im Supermarkt, und der Vernunft der kurzen Wege.
Passen wir auf unsere freien Bauern auf, der Eigenversorgungsgrad einer Nation mit hochwertigen Lebensmitteln, ist immer noch ein wichtiges Kennzeichen für die Stärke einer Volkswirtschaft. Wir dürfen das nicht Saatgutmonopolisten, Monsanto- Bayer, Nestlé, Kraft, Beyond Meat, Impossible Burger, Unilever & Co., und den Pharmakonzernen überlassen.
„Man kann mit gutem Essen die Welt retten.“ (Marta Messa – Generalsekretärin der internationalen NGO – „Slow food“, Bra Piemont 2022)
Ich versuchte, einen Bogen zu spannen über 300 Jahre Kulinarik, von den Fressorgien der Sonnenkönige, bis zu den gehypten, oft fragwürdigen Esstrends der Gegenwart.
Geschätzter fein Schmeckender, ich gedenke meine Überlegungen mit dem Propheten Elias zu beenden, der sich vom Engel des Herrn anhören musste:
„Hör auf zu grübeln, mach dir den Kopf nicht zu schwer, steh auf und iss, der Weg ist noch weit.“