Eine launische Urfahraner Geschichte.
Geologisch gesehen entstand die „Wies“ in Linz-Urfahr vor ungefähr 18 Millionen Jahren durch das Zurückweichen des Tethys-Urmeeres. Die Haifischzähne im Sand des Gründbergs (der Name stammt von grindiger = sandiger Berg- quasi eine Düne des Urmeeres) hinter dem Pfadfinderheim bestätigen das. Hinter der „Wies“ beginnt quasi das böhmische Granitmassiv.
Mittlerweile ist der „Gründberghügel“ mit pilzwiederstandsfähigen Weinstöcken versetzt, eine Jungfernweinlese sollte schon stattgefunden haben.
Kulturgeschichtlich ist die Gegend rund um die „Wies“ ein Teil der uralten donauländischen Kultur, die sich im Gebiet vom Balkan über die Donau- und Sudetenländer bis hin nach Mitteldeutschland erstreckt. Die in diesem Raum gemachten Funde zeigen trotz mancher Unterschiede viel Gemeinsames. Sie sind Zeugnisse des Geistes, des Könnens und der Geschicklichkeit des Urmenschen in den Donauländern.
Wichtig ist auch die Feststellung, dass im gesamten Ausbreitungsgebiet der Donaukultur die bäuerliche Wirtschaftsform vorherrschend war, und das schon seit der jüngeren Steinzeit. Denn im Unterschied zur älteren Steinzeit, wo die Menschen im Donauraum Jäger, Fischer und Sammler waren, griffen die Jungsteinzeitmenschen schon in die Vorgänge der Natur ein, indem sie lernten, den Grund zu bebauen und Tiere zu zähmen.
Es wird angenommen, dass Menschen seit ungefähr 40.000 Jahren das Donauland bevölkern. Zwei der ältesten Menschendarstellungen wurden im österreichischen Donauraum gefunden: die „Fanny von Galgenberg“ in der Nähe von Krems mit ca. 30.000 Jahren und die „Venus von Willendorf“ (Wachau) mit ihren ca. 25.000 Jahren.
Hier in der Nähe wurde in Furth (im heutigen Stadtteil Linz-Dornach gelegen) bei Grabungen zur Regulierung des Haselbaches am 14. März 1949 der älteste St. Magdaleninger, mit einem Alter von ca. 4000 Jahren gefunden, wie der leider schon verstorbene Linzer Archäologe und persönliche Freund Univ. – Prof. Dr. Ämilian Kloiber feststellte.
Das heißt, dass das in Furth gefundene Skelett vor etwa 4000 Jahren beigesetzt wurde. Zum Vergleich sei gesagt, dass zur Zeit der Bestattung dieses möglicherweise ältesten Urfahraners, die Königsgräber im „Tal der Könige“ in Ägypten noch gar nicht bestanden haben (Zitat aus dem Magdalena-Buch von Joseph Jochen Neunteufel).
Vor 2100 Jahren lebten also die ersten Urfahraner bzw. Linzer auf der „Wies“, genauer gesagt im heutigen Einzugsgebiet der Pfarre St. Markus am Gründberg. 200 bis 100 vor Christus lebten bis zu 1100 Kelten innerhalb der 400 Meter langen und sechs bis sieben Meter hohen Erdwälle am Gründberg, zwischen Unterburger und Oberburger (der Name stammt von der Bezeichnung unter- bzw. oberhalb der Keltenburg).
Die Keltensiedlung am Gründberg ist älter als der Magdalensberg in Kärnten und die ältesten Siedlungen im Donauraum.
Die Taverne „Auf der Wies“ mit ihrer alten Hausnummer Gründberg 22 ist seit zumindest 1412 ununterbrochen im Besitz der Schankgerechtigkeit, aber wahrscheinlich älter, denn:
Im Nonntaler Urbar (Grundbuch), des „Nonntaler Amtes“ zu Linz waren die alten Lehen und der Zehent vermerkt. Das Nonntaler Amt zu Linz war eine Schenkung des Babenbergers Heinrich II. „Jassomirgott“ an das älteste Benediktinerinnen Kloster (711) im deutschen Raum und weltweit, im salzburgischen Nonntal.
Der Hl. Benedikt lebte von *480 Nursia bis + 547 Monte Cassino.
Das Nonntaler Gebiet war zwischen Höllmühlbach und Plesching-Donau. Drüber der Donau war wieder Salzburger Besitz, St. Peter, das dem gleichnamigen Benediktiner Kloster St.Peter (696) in Salzburg gehörte.
St. Peter musste unter Adolf Hitler den Hermann Göring Werken weichen.